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  • Herzensstücke

Mit Montessori zum entspannten Familienleben & Europa-Park-Trip

In unseren Herbstferien waren Kyara und ich für 2 Tage mit einigen befreundeten Familien im Europa-Park. Es war ein richtiges Highlight für uns beide. Wir hatten riesigen Spaß. Wir sind alle möglichen Fahrgeschäfte gefahren, haben uns durch halb Europa gefuttert und haben die Sonne genossen. Es waren unglaublich 26°C, so dass wir sogar den tollen Wasserspielplatz nutzen konnten. Das Essen im Park ist unfassbar günstig. Während ich meiner Tochter im Holiday Park nicht einmal ein Eis gönne (es kostet dort 3,50€!!!), haben wir in Rust richtig geschlemmt. Poffertjes in den Niederlanden, Pizza in Italien, Topfenstrudel in Österreich und sehr leckere Nachos mit 3 Dips in der extrem rassistischen Colonial Lounge. Sowas macht mich übrigens fertig! Wie kann man in einem Europa Park eine afrikanische Floßfahrt und einen asiatischen Teil bauen? Als ob die Kolonialzeit eine glorreiche Zeit gewesen wäre! Da schwellt bei mir ja der Kamm! Ich möchte echt mal wissen, wer dafür verantwortlich ist und was er oder sie sich dabei gedacht hat!

Familientrip zum Europapark

Europa-Park Afrika

Europapark im Herbst

Seit ungefähr einem Monat haben wir unsere Erziehung komplett auf den Kopf gestellt. Vom klassischen Erziehen mit eher autoritären Zügen hin zur Erziehung nach Montessori. Und ich kann nur sagen, es war noch nie so entspannt bei uns zuhause, wie jetzt! Vor allem Kyara wurde eine große Last von den Schultern genommen.

Ich habe seit Jahren viel über Erziehung gelesen, teils auch sehr kontroverse Bücher. Von Jasper Juul,  über Winterhoff bis zum populären Blog „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten“. Aber ein Buch, ein ganz unscheinbares und wenig bekanntes, hat mich tief beeindruckt: Lieben-ermutigen-loslassen: Erziehen nach Montessori von Heidi Maier-Hauser. Auch mein Mann hat dieses Buch gelesen und war damit einverstanden den Selbstversuch zu starten.

Zugegeben, es ist kein einfacher Weg und manchmal komplett anders als wir von unserer eigenen Erziehung heraus agieren würden. Aber es lohnt sich!

Europa Park Rust

Österreich im Europa Park

Ich versuche einmal kurz die Grundzüge zu erläutern. Es ist aber absolut empfehlenswert das Buch zu lesen. Außerdem werde ich immer mal wieder aus meinem eigenen Alltag und dem Alltag von anderen Familien schreiben und Beispiele zur Umsetzung aufzeigen. Dann wird vieles klarer.

Das Wichtigste ist eine wohlwollend liebevolle Haltung dem Kind gegenüber! Eure Kinder sind nicht eure Feinde, auch wenn man sie manchmal am liebsten schütteln würde. Wir alle waren schon an diesem Punkt. Sie können einem an den Rand der Verzweiflung führen. Aber wir sind die Erwachsenen, wir müssen lernen unsere Gefühle und unseren Zorn im Griff zu haben. Das ist in manchen Situationen extrem schwer, aber wird mit einem kürzeren Streit und keinerlei Hassgefühlen der Kinder belohnt.

Wir helfen unseren Kindern selbstständig und damit selbstbewusster zu werden. Mein Grundsatz ist, wenn mein Kind etwas bereits alleine kann, dann macht es das auch alleine. Meine 2,5jährige Tochter zieht sich im Kindergarten morgens selbst aus, hängt ihre Jacke auf und zieht ihre Hausschuhe alleine an. Im Alltag üben wir auch gezielt Dinge ein, indem sie mir zum Beispiel in der Küche hilft oder draußen im Garten.

Strafen kommen nur im absoluten Ausnahmefall zum Einsatz. Im normalen Alltag reicht es die natürliche Konsequenz eintreten zu lassen, die meist auf der Hand liegt. Wenn ein Kind zum Beispiel morgens trödelt beim Anziehen, packen wir seine Kleider zusammen und nehmen das Kind im Schlafanzug mit in den Kindergarten. Ein anderes Beispiel wäre, wir rufen das Kind zum Essen, es kommt aber nicht, sondern spielt einfach weiter. In diesem Fall isst der Rest der Familie zu Abend und sie räumen anschließend den Tisch ab. Das Essen ist damit beendet. Strafen bringen Vergeltungs- und Hassgefühle im Kind hervor, was nur natürlich ist. Uns Erwachsenen geht es doch ganz genauso. Wenn sie aber aus der natürlichen Konsequenz heraus erkennen, dass sie quasi selbst an der Situation schuld sind, bleiben diese Gefühle meist aus.

Wir hören auf zu drohen und zu nörgeln. Wir halle hören diesen beliebte Satz ziemlich häufig und benutzen ihn vermutlich auch: Wenn du nicht sofort XY machst, dann passiert Z. Das setzt ein Kind nur unnötig unter Druck und fordert eine Gegenreaktion und Trotz geradezu heraus. Auch ein ständiges Wiederholen nervt nur und hilft wenig. Eine Ansage genügt. Meist wissen die Kinder aus Erfahrung bereits, dass man sie sowieso mehrfach erinnert, daher reagieren sie erst nach dem 3. oder 15. Mal, je nachdem wie oft sie in der Vergangenheit gerufen wurden.

Unser Tonfall in Konfliktsituationen bleibt liebevoll, aber bestimmt. Wir müssen weder schimpfen noch schreien. Wenn das Kind sein Abendessen verpasst hat, weil es das Rufen der Mutter ignoriert hat, müssen wir ihm keine Strafpredigt halten. Es reicht zu sagen, dass das Essen jetzt leider bereits vorbei ist. Fertig. Je weniger wir in dieser Situation reden, desto besser.

Wir bleiben konsequent und lassen uns nicht zum Spielball unserer Kinder machen. Wenn wir mal beim oberen Beispiel mit dem Abendessen bleiben, wird das Kind vermutlich versuchen doch noch irgendwie an sein Essen zu kommen. Es wird vielleicht toben oder weinen. Es wird alles mögliche versprechen oder anfangen zu verhandeln. Lassen wir uns darauf ein oder lassen uns von dem weinenden Kind erweichen, wird es nichts aus der Situation lernen und das nächste Mal wird es wieder nicht pünktlich zum Essen erscheinen. Aber auch in dieser Situation bleiben wir ruhig und machen einfach unser Ding. Am besten wir ziehen uns zurück, um unsere Nerven zu schonen.

Das alles ist jetzt natürlich super knapp zusammen gefasst, zeigt aber zumindest mal, worauf es hinausläuft. In den nächsten Wochen werde ich die einzelnen Punkte genauer beleuchten und euch zeigen, wie wir es in unserer Familie umgesetzt haben.

Genieße deinen Tag!

Natalie

 

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