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  • Herzensstücke

Monatsmotto August: Beende den Prozess!

Im Laufe der Jahre habe ich etliche Organizing-Videos auf YouTube angesehen, habe Blogeinträge studiert und Bücher zu dem Thema gelesen. Viele der dort angesprochenen Organisationsideen für Schuhe, Schreibwaren, Spielsachen und was auch immer alles, habe ich ausprobiert und im ersten Moment auch sehr geliebt. Das heißt, ich liebe sie immer noch, aber leider blieb unser Heim nicht lange so aufgeräumt. Egal was ich auch versucht habe, das Chaos schlich sich immer wieder zurück. Irgendetwas müssen wir in unserer Familie falsch machen.

In den letzten Wochen habe ich mal ganz genau hingesehen, wo eigentlich unser Problem her kommt. Was ist es denn, was wir falsch machen? Wir räumen doch ständig auf! Ich habe sogar das Gefühl, dass ich fast nichts anderes mache. Wir haben doch alles Mögliche aussortiert und Ordnungssysteme geschaffen? Also warum in aller Welt sieht es bei uns trotzdem nicht immer aufgeräumt aus?

Und da ist es mir aufgefallen! Wir beenden den Prozess nicht! Ich habe zwar davon gelesen, es aber nie wirklich begriffen. Und dabei ist es ganz offensichtlich. Wir alle räumen auf. Naja, unsere 2jährige eher nicht, aber dafür alle anderen! Allerdings tun wir das nur zu 95%, die restlichen 5% bleiben immer liegen. Beispielsweise bin ich Meisterin im Geschirr abtropfen lassen. Ich könnte das Backblech einfach abtrocknen und wegräumen. Aber nein, ich stelle es zum Lufttrocknen ins Spülbecken. Da steht es dann für den Rest des Tages! Und da fängt es an, das Chaos, dass sich langsam aufbaut und vermehrt. Kram zieht anderen Kram magisch an! Scheint ein physikalisches Gesetz zu sein.

Ein Haus oder eine Wohnung generell in Ordnung zu halten ist in großen Teilen reine Gewohnheitssache. Diese Methode hilft dir und natürlich auch mir dabei, uns die entsprechenden Gewohnheiten zu eigen zu machen, die wir brauchen, um unser Haus davor zu bewahren zu einem chaotischen Durcheinander zu werden.

Wir reden hier nicht von Perfektion! Es muss nicht immer alles perfekt in Ordnung sein, das ist weder möglich noch wünschenswert. Ich spreche von einer generellen und vor allem konstanten Ordnung in unserem Haushalt. Ich möchte nicht vor Scham im Erdboden versinken müssen, wenn es unvorhergesehen an der Haustür klingelt. Außerdem möchte ich für mich die Freiheit schaffen, einfach spontan jemanden zu mir nachhause einladen zu können, ohne vorher in völliger Panik die Bude auf Vordermann bringen zu müssen und dann völlig ausgelaugt den Besuch zu empfangen.

Also um was geht es denn hier jetzt eigentlich?

Der Schüssel zum Erfolg ist es, in allen Haushaltsaufgaben den Prozess zu erkennen. Alles was wir tun, ist ein Prozess mit vielen verschiedenen Einzelaufgaben. Diese müssen wir erkennen und ALLE nacheinander abarbeiten!

Ein ganz typisches Beispiel:

Wäsche machen ist der Prozess. Darin enthalten sind verschiedene Einzelaufgaben:

  • Wäsche sortieren
  • waschen
  • aufhängen und/oder Wäschetrockner beladen
  • Wäsche abhängen und/oder Wäschetrockner ausladen
  • Bügelwäsche bügeln
  • zusammenlegen
  • in den Schrank räumen

Dieser Prozess muss von Anfang bis Ende durchlaufen werden, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Sortieren wir die Wäsche nicht, verfärbt sie sich. Hängen wir die Wäsche nicht auf, gammelt sie vor sich hin. Bügeln wir die Wäsche nicht, steht der Wäschekorb die ganze Zeit herum, usw. Dazu gesellt sich dann natürlich wieder neues Zeug, denn Zeug zieht neues Zeug an, du erinnerst dich!

Das Chaos wird größer, wenn Dinge nicht sofort erledigt oder zurück gelegt werden, nur weil man sich sagt, dass man das auch später noch tun kann. Dinge sofort wieder an ihren Platz zurück zu legen, kostet im ersten Moment ein paar Sekunden oder Minuten, auf lange Sicht spart es jedoch enorm Zeit. Ein ganzes Haus wieder in Schuss zu bekommen dauert da wesentlich länger. Außerdem lebst du, wenn du diese Methode verinnerlicht hast, in einer viel aufgeräumteren und damit friedlicheren Umgebung und das die ganze Zeit, nicht nur für ein paar Tage, bis das Chaos wieder Einzug hält.

Hier noch ein paar Beispiele für Prozesse im Haushalt:

  • Kochen: Zubereiten – Kochgeschirr spülen oder in die Spülmaschine räumen – essen – Tisch abräumen – Tisch abwischen – Küche aufräumen – Arbeitsplatte abwischen
  • Einkaufen: Mahlzeiten planen – Einkaufszettel schreiben – einkaufen – Auto ausräumen – Lebensmittel verstauen – Taschen wegräumen
  • Boden putzen: Stühle hochstellen – saugen – wischen – Putzeimer ausleeren und wegräumen – Stühle wieder herunter stellen

Wie bereits im Monatsrückblick von Juli angekündigt, werde ich mir und euch ein Monatsmotto für August setzen: Beende des Prozess!

Also achte diesen Monat einmal ganz genau darauf und frage dich bei jeder Tätigkeit: Was würde diesen Prozess jetzt beenden?

Dann klappt es auch mit den Spontanbesuchen!

Genieße deinen Tag!

Natalie

So schaffst du es, dass deine Wohnung immer aufgeräumt ist!

 

 

 

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19 thoughts on “Monatsmotto August: Beende den Prozess!

  1. Melli

    Hi Natalie,
    bei deinem Monatsmotto mache ich gerne mit. Oft schaffe ich es, einige Tage Ordnung zu halten, indem ich alles immer sofort aufräume. Dann ist es mal einen Tag besonders stressig oder ich komme sehr spät nach Hause umd bin müde oder es gibt einen anderen Grund und ich verschiebe das Aufräumen der paar Dinge auf den nächsten Tag und dann beginnt die Unordnung. Sehr nervig! 😉
    LG Melli

    1. Natalie Weigel

      Liebe Melli,
      ich freue mich sehr, dass du dich uns anschließt! Lass mich doch bitte wissen, wie du damit zurecht gekommen bist und ob du es einen ganzen Monat durchgehalten hast! Gerade in diesen stressigen Momenten ist es besonders herausfordernd. Ich bemühe mich gerade dann einen Schritt zurück zu machen und genau zu schauen, was jetzt wirklich wichtig ist.

  2. Wassermilchhonig

    Früher, also vor dem Kind 😂, war ich perfektionistisch was Haushalt betrifft und es konnte jederzeit Besuch kommen….jetzt ist es immer noch sauber, aber doch gibt es immer wieder kleine unaufgeräumte Ecken, aber bei Fulltimejob, Teenie-Tochter und Hobby bleibt immer etwas auf der Strecke, aber ich muss mich nicht schämen, wenn Besuch kommt…..manchmal wäre es sicher besser den ganzen Arbeitsprozess zu Ende zu machen, aber……

    1. Natalie Weigel

      Tja, das kenne ich gut! Aber kleine unaufgeräumte Ecken sind völlig normal, wenn man Kinder hat! Ich finde es extrem relaxend, dass ich mittlerweile jederzeit Besuch empfangen kann und auch spontan jemanden mitbringen kann.

    1. Natalie Weigel

      Liebe Lenchen,
      mach das mal. Bei uns bewirkt es Wunder. Das kann ich dir versprechen.
      Und vielen Dank für dein Kompliment zu unserem Unterschrank. Den habe ich mir von einem Schreiner nach meinen Vorstellungen bauen lassen.

    1. Natalie Weigel

      Liebe Theresa,
      absolut richtig! Allerdings braucht es eine Zeit, bis es in Fleisch und Blut übergegangen ist. Wir arbeiten als Familie gemeinsam daran. Vor allem meiner großen Tochter macht das noch sehr zu schaffen.

  3. Ramona

    Hey meine Liebe! Ein tolles Bad hast du! Ich finde deine Tipps super hilfreich! Gerade bei einem stressigen Alltag ist das Gefühl eben unbeschreiblich in eine ordentliche und saubere Wohnung nach Hause zu kommen! 🙂

    Liebe Grüße!

  4. Sarah

    Ohje..bei mir sieht es gerade aus wie die Sau 😀 Ich komme irgendwie zu nichts warum auch immer. Wenn ich aufräume sieht es zwei Stunden später wieder genauso aus 😀

  5. Avaganza

    Liebe Natalie,

    mir gefällt dein Bad! Bei mir muss immer alles ordentlich und sauber sein – ich bin da ein kleiner „Monk“ 😉 … aber bei 2 Kleinkindern muss man das sein, sonst schaut es einfach furchtbar aus. Und ich brauche Ordnung um mich herum um mich wohl zu fühlen. Super Monatsmotto <3!

    Schönen Abend!
    lg
    Verena

  6. Sunray

    Liebe Natalie!
    Ein super Beitrag! B-) ich bin grad richtig begeistert, auch wegen der Bezeichnung „Beende den Prozess“. Den vergisst man / frau nicht so schnell, klasse Idee! und ein toller Blog! Ich werd jetzt mal hier den Prozess noch etwas hinaus zögern 😉
    Ganz herzliche Grüße!
    Sunray

    1. Natalie Weigel

      Liebe Sunray,
      vielen lieben Dank für deinen Kommentar und das liebe Kompliment! Das von einer gestandenen Bloggerin zu hören ist Balsam für die Seele eines jeden Frischlings! Das hat mir wirklich gut getan!
      Herzliche Grüße
      Natalie

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