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Organize my Home: Finanzen und Konten in einer Partnerschaft

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  • Herzensstücke

Disclaimer: Ich bin keine Finanzexpertin! Diese Zeilen und Tipps sollen dir einen guten Überblick über die verschiedenen Kontenmodelle innerhalb einer Ehe oder einer Partnerschaft geben. Sie sollen dir helfen dich finanziell abzusichern, um nicht eines Tages vor einem Scherbenhaufen und dem finanziellen Ruin zu stehen! Ich möchte euch mitnehmen auf meine Reise zur finanziellen Freiheit.

In meiner Ehe und meiner Familie läuft alles rund. Da müsste ich mir eigentlich keinerlei Gedanken um eine finanzielle Absicherung machen. Dieses Denken ist jedoch extrem naiv und wurde von mir viel zu lange gedacht! Jeder, absolut jeder, sollte sich Gedanken um die Zukunft und die eigene finanzielle Sicherheit machen. Nur dann, kann man ein ruhiges und einfaches Leben leben, wie ich es anstrebe. Solange ich mir Sorgen über Geld und meine Zukunft machen muss, ist Simple Living nicht möglich!

Finanzielle Absicherung Hausfrau

Dieses Thema ist allerdings extrem komplex. Daher teile ich es in verschiedene Unterbereiche auf und beginne zunächst mit einem sehr grundlegendem Thema, über das sich jedes Paar am Anfang ihrer Beziehung klar werden muss. Spätestens bei der ersten gemeinsamen Wohnung muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, in welcher Art und Weise die Finanzen abgewickelt werden sollen. In meinem Freundeskreis gibt es verschiedene Modelle. Was zu dir und deiner/m Partner/in passt, müsst ihr für euch selbst herausfinden. Was für den Einen passt, muss für den Anderen noch lange nicht gut sein.

Modell A: Getrennte Gehaltskonten

In diesem Fall hat jeder in der Familie ein eigenes Konto. Alle Kosten für die Lebenshaltung werden geteilt. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Jeder hat Kontrolle und Verantwortung für sein eigenes Geld. So kann es nicht passieren, dass dein/e Partner/in dir dein Konto plündert. Es gibt auch keine Diskussionen darüber, für was jeder sein Geld ausgibt, denn das kann in diesem Fall jeder für sich selbst entscheiden.

Die Nachteile sind jedoch genauso klar: Es ist recht aufwendig die Kosten wirklich gerecht zu teilen und auszugleichen. Wer zahlt die Miete und wer den Strom? Zahlt der Andere etwas anderes zum Ausgleich oder wird die Hälfte eines jeden Betrags auf das entsprechende Konto überwiesen? Darüber muss man sich gleich zu Beginn klar werden, dass es nicht zu Streitigkeiten kommt. Ein weiteres Problem kommt auf, sobald ein Partner viel weniger verdient als der andere oder gar zuhause bei den Kindern bleibt.

Modell B: Getrennte Gehaltskonten und ein gemeinsames Konto

Im Prinzip läuft es wie bei Modell A. Auch die Vor- und Nachteile sind ähnlich. Allerdings wird das Aufteilen der Lebenshaltungskosten durch ein zusätzliches gemeinsames Konto erleichtert. Auf dieses Konto überweist jeder Partner einen bestimmten Betrag. Davon werden Miete, Nebenkosten, Versicherungen, Telefon, … bezahlt. Die Höhe des Betrags richtet sich dabei natürlich an euren tatsächlichen Kosten. Daher solltet ihr euch zuvor zusammensetzen und ermitteln, wie hoch eure Ausgaben im Monat sind. Dabei solltet ihr jährliche Kosten auf den Monat herunterrechnen und bereits einplanen, so ist immer genügend Geld auf dem gemeinsamen Konto, wenn die Abbuchung kommt.

Modell C: Gemeinsames Konto

Gerade wenn die Gehälter krass unterschiedlich sind, entscheiden sich viele Paare für ein gemeinsames Konto. Beide Partner können über dieses Geld verfügen und sind dafür haftbar. Ein großer Vorteil davon ist, dass alle Lebenshaltungskosten auch von beiden Partner über dieses Konto bezahlt werden. Ein Ausgleich und ein hin- und herüberweisen fällt in diesem Fall weg. Allerdings beruht dieses Modell auf großes Vertrauen. Kann ein Partner nur schwer mit Geld umgehen und gibt das gesamte Geld bereits am 3. des Monats aus, betrifft es den anderen Partner ebenso. Auch muss man sich über Anschaffungen noch besser absprechen, da das Geld ja beiden gehört.

Im Todesfall eines Partners fließt nur die Hälfte des Geldes in die Erbmasse ein. Das hat bei Beträgen unter der Freigrenze keine Bedeutung, kommt man aber über die steuerliche Freigrenze, kann das erhebliche Vorteile bringen.

Wenn ihr euch für ein gemeinsames Konto entscheidet, gibt es 3 Möglichkeiten:

Gemeinsames Konto Modell 1: Vollmacht für das Konto des Partners

Dabei bleibt der Kontoinhaber einer der beiden Partner, der andere erhält jedoch eine Vollmacht darüber. So kann der Bevollmächtige eigentlich alles mit dem Konto tun, wie der Kontoinhaber, nur löschen kann er es nicht. Gerade wenn das Konto in der Vergangenheit bereits für viele Daueraufträge und Lastschriften genutzt wurde, erspart man sich in diesem Fall viel Schreibkram. So muss kein neues gemeinsames Konto eröffnet werden und alle Daueraufträge und Lastschriften geändert werden. Es gibt jedoch einen entscheidenden Nachteil: Im Falle einer Trennung gehört das ganze Geld dem Kontoinhaber! Eine Vollmacht ist schnell entzogen und der ehemals Bevollmächtigte steht mittellos da. Im Todesfall des Kontoinhabers fließt das ganze Geld des Kontos in die Erbmasse ein. Außerdem wird das Konto erst einmal von der Bank eingefroren, bis das Erbe geklärt ist. Und auch danach können nur alle Erben gemeinsam auf das Konto zugreifen. So wird vermieden, dass einer alleine das Konto leer räumt.

Zugriff hat der Partner nur dann noch, wenn die Vollmacht über den Tod hinaus gültig ist. Das muss in diesem Fall sichergestellt werden, sonst steht man im Ernstfall nicht nur vor dem seelischen, sondern auch vor einem finanziellen Zusammenbruch und das kann keiner in so einer Situation gebrauchen.

Gemeinsames Konto Modell 2: Das ODER-Konto

Bei diesem Konto kann jeder Kontoinhaber für sich agieren, also Überweisungen tätigen, Lastschriften tätigen oder einen Kredit aufnehmen, ohne dass der andere Kontoinhaber zustimmen muss. Dies erfordert ein erhebliches Maß an Vertrauen. Hat aber auch den Vorteil, dass jeder Inhaber flexibel und ohne zeitlichen Aufwand handeln kann. Für die meisten Paare kommt nur dieses Modell in Frage, da ein UND-Konto erheblich komplizierter bei der Umsetzung ist. Gibt es jedoch Vertrauensprobleme oder ist ein Partner viel freizügiger mit dem Geldausgeben, wie der andere, kann das nachfolgende Kontomodell sinnvoll sein. Getrennte Konten wären, meiner Meinung nach, jedoch viel einfacher.

Gemeinsames Konto Modell 3: Das UND-Konto

Hier kann kein Partner etwas für sich alleine entscheiden. Bei jedem Bankbesuch und jeder Überweisung, müssen beide Partner anwesend sein, bzw. zustimmen. Das sichert beide Partner ab und verlangt eine gute Absprache, ist jedoch in der Praxis nur sehr schwer umsetzbar.

Finanzplanung Familie

Mein Fazit:

Nachdem ich nun dies alles recherchiert habe, kommen für mich nur Modell B oder Modell C mit einem ODER-Konto in Frage. Wären wir beide berufstätig und hätten ein einigermaßen gleiches Einkommen, dann würde ich Modell B wählen, was wir als unverheiratetes Paar auch so hatten. Da wir inzwischen verheiratet sind und ich nun zur Zeit mit den Kindern zuhause bin und nichts verdiene, kommt für uns nur Modell C in Frage. Wichtig ist mir, dass das gemeinsame Konto auch tatsächlich ein gemeinsames Konto ist und ich nicht einfach nur eine Vollmacht auf das Konto meines Mannes habe. Denn was passiert im Falle einer Trennung? Dann würde ich erstmal völlig mittellos dastehen. Ähnlich ist es im Todesfall meines Mannes. Auch wenn ich nicht glaube, dass es in unserem Fall zu einer Trennung kommen wird, ist es doch besser sich vorher abzusichern. Ist der Krach erstmal da, wird es meist schwer eine gütliche Lösung für alle zu finden.

Wie sieht es bei dir aus? Welches Modell nutzt ihr in eurer Familie? Oder habt ihr gar ein ganz anderes Modell gewählt? Kennt ihr noch weitere Vor- und Nachteile zu den einzelnen Kontenmodellen? Lasst es mich in den Kommentaren wissen. So können alle davon profitieren.

Genieße deinen Tag!

Natalie

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