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  • Herzensstücke

Wo ist die Zeit nur geblieben? Entlarve deine Zeitfresser!

Es ist nun fast August und damit sind die Sommerferien bei uns leider schon fast vorbei. Bereits 4 Wochen der kostbaren Zeit sind vergangen und trotzdem habe ich das Gefühl, dass wir kaum etwas von der Zeit wirklich genossen haben. Das liegt nicht daran, dass wir nichts mit den Kindern unternehmen würden. Vielmehr liegt es in der Achtsamkeit, bewusst den Tag genießen und sich nicht von einer Welle an Arbeiten und Besorgungen dahintreiben zu lassen. Jeder Tag bringt neue Aufgaben und dringende Dinge mit sich, die ganz laut nach unserer Aufmerksamkeit schreien. Jedoch ist nicht alles, was als dringend daher kommt auch wirklich wichtig. Wie man lernt das Dringende vom Wichtigen zu unterscheiden und die richtigen Entscheidungen zu treffen, habe ich in meinem Artikel über Familienleitbilder geschrieben.

Jeder von uns hat 24 Stunden pro Tag, ganz egal wie arm oder reich jemand ist. Aber womit verbringst du deine Zeit eigentlich? Ist dir bewusst in was du deine von Gott gegebene Zeit tatsächlich investierst? Ich hatte zwar eine grobe Vorstellung, aber richtig klar geworden ist es mir erst, als ich folgende Übung aus dem Buch „Organized Simplicity“ von Tsh Oxenreider  gemacht habe:

Wunschliste erstellen

Erstelle zuerst eine Liste von Dingen, die du gerne tun möchtest. Wir reden hier nicht von einmaligen Dingen, wie einmal Achterbahnfahren oder den Mount Everest besteigen. Es geht hier um die Dinge, die dir in deinem täglichen Leben wirklich wichtig sind, Dinge, die du vielleicht schon lange eigentlich machen wolltest, aber nie die Zeit dazu gefunden hast, zum Beispiel zum Yoga gehen, eine Mahlzeit frisch kochen, regelmäßig Freundinnen treffen usw. Du verstehst schon worauf ich hinaus will.
Liste möglichst alles auf, was dir für dein Leben wichtig ist.

Must-Do-Liste erstellen

Als nächstes schaust du dir an, was du täglich tun MUSST. Also alles, was absolut notwendig ist. Das sind mal auf jeden Fall die Grundbedürfnisse: schlafen, essen, duschen, Kinder füttern, … Und mögliche Arbeiten und Haushaltspflichten: zur Arbeit gehen, kochen, einkaufen, Wäsche waschen, …
Sei auch hier möglichst genau und liste alles auf, was wirklich notwendig ist.

Tatsächliche Tätigkeiten auflisten

Dies ist nun auch endlich die letzte Liste. Schreibe alles auf, was du denn tatsächlich jeden Tag tust. Das beinhaltet auch Dinge, wie schlafen, Blogs lesen, WhatsApp schreiben, Auto fahren, ehrenamtliche Tätigkeiten, fernsehen, …
Sei auch hier absolut ehrlich mit dir. Du musst es ja niemandem zeigen. Es reicht, wenn du die Liste kennst.

Listen vergleichen

Und jetzt kommen wir zum springenden Punkt! Vergleiche Liste 3 mit den Listen 1 und 2. und umkreise alles, was in den anderen beiden Listen nicht vorkommt. Das sind deine persönlichen Zeitfresser! Da du sie nun entlarvt hast, kommen wir zum Schocker!

Wieviel Lebenszeit kosten dich deine Zeitfresser?

Notiere hinter deinen eingekreisten Zeitfressern wieviel Zeit pro Woche von ihnen verschlungen werden. Ich habe mir dabei zunächst klar gemacht wieviel Zeit pro Tag ich diese Tätigkeit mache und habe es dann mal 7 gerechnet. Zähle nun alle Zeiten deiner Zeitfresser zusammen und schau dir die Zahl am Ende an! Ich persönlich war extrem schockiert, wieviel meiner kostbaren Lebenszeit ich in absolute Nichtigkeiten, die mir weder Nutzen noch Spaß bringen investiere. Bei mir waren es sage und schreibe 62h/Woche! 62 Stunden! Unfassbar! Das sind fast zwei Fulltime-Jobs! Und eigentlich dachte ich, dass ich recht produktiv bin. Mein größter Zeitfresser ist das abendliche Fernsehen mit meinem Mann, das Suchen nach Sachen, die in der Baustelle untergegangen sind, das Suchen nach Rezepten für das Mittagessen und die täglichen Diskussionen über die Hausaufgaben. Diese Dinge ändere ich zur Zeit. Auch die Wunschliste nehme ich mir zu Herzen. Es bringt ja nichts Zeitfresser gegen andere Zeitfresser auszutauschen. Die gewonnen Stunden müssen dann auch sinnvoll gefüllt werden, sonst füllen sie sich wieder von alleine mit allem möglichen anderen Mist!

Wenn man sich dessen mal bewusst wird, kann man gar nicht anders und muss sein Leben ändern. Ein Jammern, dass ich keine Zeit für etwas habe, lass ich bei mir mit Sicherheit nicht mehr gelten!
Es ist alles eine Sache der Prioritäten!

Versucht es mal und berichtet mir darüber. Was sind denn eure größte Zeitfresser?

Genieße deinen Tag!

Natalie

Foto von Starglade

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20 thoughts on “Wo ist die Zeit nur geblieben? Entlarve deine Zeitfresser!

  1. Michelle

    Uuuuh! Ein toller Beitrag.
    Ich war früher (und ab und zu auch heute noch) ein Spezialist darin, meine Tage zu verplanen und am Abend festzustellen, dass ich genau gleich viel geschafft habe wie schon am Morgen nach dem Aufstehen. Deine Tipps sind da wirklich hilfreich!
    Liebe Grüsse
    Michelle

    1. Natalie Weigel

      Ja das kenne ich gut, eine To-Do-Liste so lange wie die Tour de France.
      Allerdings geht es in diesem Fall vor allem um das generelle erkennen von angewöhnten verhalten, das uns viel Zeit nimmt und uns unser Leben nicht so leben lassen, auf wir es eigentlich wollen.

  2. Düse

    Das ist ein sehr interessanter Ansatz, das probiere ich gerne mal aus. 👍
    Ich habe das Gefühl, dass meine Tage mittlerweile mindestens 48 Stunden bräuchten und selbst wenn ich mich zerpflücke, schaffe ich nichts.
    Was ja eigentlich Blödsinn ist.
    Ich bin gespannt, was meine „Zeitfresser“ sind… ich fürchte, es ist schlafen. 😂😂

    Liebe Grüße und vielen Dank für deinen Denkanstoss! 😊

  3. Julia

    Liebe Natalie,
    dein Beitrag kommt mir gerade richtig. Ich habe auch so Zeitfresser in meinem Leben und wundere mich dann immer, wo die Zeit bleibt. Oder aber ich mache eine To do Liste und mir fallen tausend andere Dinge ein. Deswegen find ich die Must-Do-Liste eigentlich viel besser! Das werde ich gerne übernehmen. Liebe Grüße Julia

  4. Lisa

    Ein wirklich interessanter Blogpost! Ich empfinde schlafen schon länger als „Zeitfresser“, weshalb ich zur Frühaufsteherin geworden bin – man gewöhnt sich daran. 🙂

    Liebe Grüße
    Lisa

    1. Natalie Weigel

      Liebe Lisa,
      als Mutter von 2 Kindern steht bei mir Schlafen auf der Wunschliste. Aber du hast recht damit, dass man seinen Morgen nicht verschlafen sollte. Ich versuche morgens eine Stunde vor meinen Kids wach zu sein. Das hilft enorm.

  5. Ramona

    Hey meine Liebe! Ein tolles Blogdesign hast du! 🙂
    Dein Artikel finde ich sehr interessant.Wir sollten doch alle einmal unseren „Zeitfresser“ ausrechnen! Ich denke aber, dass viele von uns sich das nicht trauen und lieber im Alltagstrott drin bleiben! Ich für meinen Fall werde es aber tun… 😉

    Liebe Grüße

  6. Avaganza

    Liebe Natalie,

    ich bin auch immer auf der Suche nach Zeitfressern – die Zeit ist nämlich bei mir ohnehin immer knapp und mein Tag bis zum Rand voll gepackt. Ich habe mich auf dem Blog auch schon öfter diesem Thema angenommen und finde es interessant wie du das siehst.

    Sonnige Güße
    Verena

  7. Reloves.de

    Liebe Nathalie,
    mein größter Zeitfresser ist meine tägliche Pendelstrecke zur Arbeit. Leider kann ich diese nur mit dem Auto bewältigen, eine Bahn- oder Busverbindung gibt es für mich leider nicht. Ich verbinde das tägliche Pendeln mit etwas das bei mir sonst zu kurz kommt. Eigentlich bin ich eine Leseratte und bin dazu übergegangen mich nicht jeden Tag über den Stau zu ärgern und die sinnlosen Radiomoderationen, sondern Hörbücher zu hören.
    Beste Grüße
    Regina

    1. Natalie Weigel

      Liebe Regina,
      das mit der Arbeitsstrecke kenne ich zu genüge. Ein tägliches Ärgernis. Ich habe es bei mir auf die Must-Do-Liste gesetzt, weil ich da keine Wahl habe. Aber du hast das prima für dich gelöst. Ich höre auch Hörbücher, allerdings beim Putzen.
      Genieße deinen Tag!
      Natalie

  8. Janina

    Liebe Natalie,
    ein wirklich toller Beitrag – ich muss das mit den Listen unbedingt selbst versuchen, obwohl ich schon ein bisschen Angst vor dem Ergebnis habe 🙂 Liebe Grüße von Janina

  9. Katja

    Hallo Natalie,
    ich komme auf sage und schreibe 33,75 Stunden!!! 😨 Bei mir sind es vor allem das Internet und die vielen Apps… Wahnsinn… Was ich da alles machen könnte, um meine Batterien wieder aufzutanken…

    Danke für die Listen/Fragen und lg

    1. Natalie Weigel

      Liebe Katja,
      toll dass du dich ran getraut hast! Es ist schon erschreckend das so vor Augen zu haben! Mir ging es ganz genauso. Aber immerhin wissen wir jetzt, wo wir etwas ändern können, um unser Leben so zu leben, wie wir es eigentlich wollen.
      Herzliche Grüße
      Natalie

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